Recyceltes Polyester wird oft als ökologische Alternative angepriesen: Es soll die positiven Eigenschaften von Polyester mitbringen und trotzdem gut für die Umwelt sein. Doch beim Waschen setzt es offenbar Mikroplastik frei. Von Katha Jansen.
Ich würde mir generell mehr Vielfalt in der Textilindustrie wünschen. Es gibt im normalen Handel fast ausschließlich Baumwolle, Wolle, Leder und erdölbasierte Kunstfasern. Letztere führen zu Mikroplastik. Wolle und Leder sind zwar (von Zusatzstoffen abgesehen) biologisch abbaubar, aber in der ökologischen Gesamtbetrachtung trotzdem kacke, da dafür wieder Tiere gehalten werden müssen, die Methan ausstoßen (vom Tierwohl mal abgesehen). Bleibt Baumwolle, die aber nicht für alle alle Anwendungen geeignete Eigenschaften mitbringt. Zudem wächst die nicht lokal in Europa und dort wo sie wächst, braucht sie viel zu viel Wasser.
Andere Fasern (Brennnessel, Hanf, Flachs etc.) haben oft tolle Eigenschaften, fristen aber leider ein absolutes Nischendasein. Es gibt auch erste Alternativen zu lederfreiem Leder für Schuhe etc., was aus Apfelkernen oder Pilzen hergestellt wird, aber auch da scheint es nicht wirklich voran zu gehen. Und wenn es um Wasserdichtigkeit geht, gibt’s quasi gar keine Alternativen, die mir bekannt wären.
Hier mal neue Materialien zu erforschen und voran zu treiben, würde ich als Innovation empfinden. Aktuell besteht Innovation bei Textilien gefühlt nur aus Design.
Sind sicher interessante Ansätze. Aus reinem Bauchgefühl heraus, würde ich aber vermuten, dass das Problem eher (ultra) fast fashion ist und eine Kultur in der Klamotten günstigst hergestellt, einmal getragen und anschließen weggeworfen werden.
Wenn nicht so viele Leute irgendeiner Kollektion, oder Saisoneller Mode hinterherlaufen würden, wäre schon viel gewonnen.
Ja und nein. Ich denke, das sind zwei unabhängige Problematiken, die man auch unabhängig voneinander angehen sollte. Auch hochwertige Kleidung verschleißt irgendwann und das Loch in den Socken oder die ausgelatschte Schuhsohle haben wir als Mikroplastik irgendwo zurückgelassen. Und umgekehrt: würde Fast Fashion ausschließlich aus Altpapier o.ä. hergestellt, wäre das Problem schon mal deutlich abgemildert.
Fun Fact: Schafe werden (in Europa) oft nicht für ihre Wolle gehalten, da der Rohstoffpreis zu gering und die Schurkosten eben recht hoch sind, weil manuell.
Wolle Fun Fact: Schafe werden (in Europa) oft nicht für ihre Wolle gehalten
Schafhaltung in Europa macht man größtenteils zur Landschaftspflege, also oft zur Erhaltung von Ökosystemen. Dass man die Schafe auch essen kann, ist meist nur ein Nebeneffekt.
Rohstoffpreis zu gering und die Schurkosten eben recht hoch sind, weil manuell.
Dafür wird dann Wolle aus Neuseeland importiert. Die ist nämlich trotz Transport um die halbe Welt billiger, als Wolle aus heimischer Produktion.
Spaßfakt: Die Schafe, die hier gehalten werden, müssen trotzdem geschoren werden, sonst ist denen im Sommer zu warm. Die Wolle wird halt dann entsorgt, weil sich die Weiterverarbeitung zum Verkauf nicht rechnet.
Ich würde mir generell mehr Vielfalt in der Textilindustrie wünschen. Es gibt im normalen Handel fast ausschließlich Baumwolle, Wolle, Leder und erdölbasierte Kunstfasern. Letztere führen zu Mikroplastik. Wolle und Leder sind zwar (von Zusatzstoffen abgesehen) biologisch abbaubar, aber in der ökologischen Gesamtbetrachtung trotzdem kacke, da dafür wieder Tiere gehalten werden müssen, die Methan ausstoßen (vom Tierwohl mal abgesehen). Bleibt Baumwolle, die aber nicht für alle alle Anwendungen geeignete Eigenschaften mitbringt. Zudem wächst die nicht lokal in Europa und dort wo sie wächst, braucht sie viel zu viel Wasser.
Andere Fasern (Brennnessel, Hanf, Flachs etc.) haben oft tolle Eigenschaften, fristen aber leider ein absolutes Nischendasein. Es gibt auch erste Alternativen zu lederfreiem Leder für Schuhe etc., was aus Apfelkernen oder Pilzen hergestellt wird, aber auch da scheint es nicht wirklich voran zu gehen. Und wenn es um Wasserdichtigkeit geht, gibt’s quasi gar keine Alternativen, die mir bekannt wären.
Hier mal neue Materialien zu erforschen und voran zu treiben, würde ich als Innovation empfinden. Aktuell besteht Innovation bei Textilien gefühlt nur aus Design.
Sind sicher interessante Ansätze. Aus reinem Bauchgefühl heraus, würde ich aber vermuten, dass das Problem eher (ultra) fast fashion ist und eine Kultur in der Klamotten günstigst hergestellt, einmal getragen und anschließen weggeworfen werden.
Wenn nicht so viele Leute irgendeiner Kollektion, oder Saisoneller Mode hinterherlaufen würden, wäre schon viel gewonnen.
Ja und nein. Ich denke, das sind zwei unabhängige Problematiken, die man auch unabhängig voneinander angehen sollte. Auch hochwertige Kleidung verschleißt irgendwann und das Loch in den Socken oder die ausgelatschte Schuhsohle haben wir als Mikroplastik irgendwo zurückgelassen. Und umgekehrt: würde Fast Fashion ausschließlich aus Altpapier o.ä. hergestellt, wäre das Problem schon mal deutlich abgemildert.
Fun Fact: Schafe werden (in Europa) oft nicht für ihre Wolle gehalten, da der Rohstoffpreis zu gering und die Schurkosten eben recht hoch sind, weil manuell.
Schafhaltung in Europa macht man größtenteils zur Landschaftspflege, also oft zur Erhaltung von Ökosystemen. Dass man die Schafe auch essen kann, ist meist nur ein Nebeneffekt.
Dafür wird dann Wolle aus Neuseeland importiert. Die ist nämlich trotz Transport um die halbe Welt billiger, als Wolle aus heimischer Produktion.
Spaßfakt: Die Schafe, die hier gehalten werden, müssen trotzdem geschoren werden, sonst ist denen im Sommer zu warm. Die Wolle wird halt dann entsorgt, weil sich die Weiterverarbeitung zum Verkauf nicht rechnet.